Mückenstich behandeln: Schnelle Hilfe gegen Juckreiz
Ein Mückenstich kann den schönsten Campingabend verderben. Besonders beim Outdoor-Abenteuer, wenn man abends am Lagerfeuer sitzt, schlagen die kleinen Plagegeister zu. Den Mückenstich behandeln sollte man schnell und richtig, damit aus dem harmlosen Stich keine tagelange Qual wird.
Jeder kennt das: Man spürt erst nichts, dann beginnt das Jucken. Die Haut schwillt an, rötet sich, und schon ist der entspannte Abend dahin. Wer jetzt falsch reagiert und kratzt, macht alles noch schlimmer.
Die meisten unterschätzen, wie schnell sich ein harmloser Stich zu einem echten Problem entwickeln kann. Besonders Kinder kratzen sich blutig, bevor die Eltern überhaupt bemerken, was passiert ist. Dabei lässt sich mit den richtigen Sofortmaßnahmen fast jeder Mückenstich behandeln, ohne dass es zu tagelangem Juckreiz kommt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Kühlung und Hitze helfen sofort gegen Juckreiz und Schwellung
- Hausmittel wie Zwiebel oder Spitzwegerich lindern die Beschwerden
- Bei starker Schwellung oder Entzündung sollte man zum Arzt
- Richtige Vorbeugung ist der beste Schutz
Einen Mückenstich richtig behandeln bedeutet vor allem: schnell handeln und nicht kratzen. Die meisten Beschwerden lassen sich mit einfachen Mitteln lindern, die man auch beim Camping dabei hat. Doch die Realität sieht oft anders aus. Viele greifen zu spät ein oder wenden die falschen Methoden an.
Mückenstich behandeln: Soforthilfe und erste Maßnahmen
Die ersten Minuten nach dem Stich entscheiden oft darüber, wie stark die Reaktion ausfällt. Wer schnell reagiert, kann das Schlimmste verhindern. Das Problem: Die meisten bemerken den Stich erst, wenn der Juckreiz bereits eingesetzt hat. Dann ist die Immunreaktion bereits in vollem Gang.
Sobald man den Stich bemerkt, sollte man auf keinen Fall kratzen. Das verstärkt die Histamin-Ausschüttung und macht die Schwellung größer. Stattdessen hilft kühlen oder gezielt Hitze anwenden. Beide Methoden haben ihre Berechtigung, funktionieren aber nach unterschiedlichen Prinzipien.
Klingt auf dem Papier perfekt. In der Praxis scheitert es oft daran, dass man beim Camping nicht immer Eiswürfel oder heißes Wasser zur Hand hat. Dann muss man improvisieren können.
Schnelle Linderung bei Juckreiz und Schwellung
Diese Sofortmaßnahmen helfen direkt nach dem Stich:
- Kühlung: Eiswürfel, kaltes Wasser oder Kühlpack für 10-15 Minuten auflegen
- Desinfizieren: Stichstelle mit Alkohol oder Desinfektionsmittel reinigen
- Hochlagern: Betroffene Körperstelle erhöht lagern, um Schwellung zu reduzieren
- Nicht kratzen: Fingernägel kurz halten und bewusst aufs Kratzen verzichten
- Beobachten: Größe und Rötung im Blick behalten
Kühlung funktioniert fast immer. Ein nasser Lappen oder sogar eine kalte Getränkedose vom Campingkühlschrank tun es auch. Die Kälte betäubt die Nerven und verlangsamt die Entzündungsreaktion. Wichtig ist, dass die Kühlung nicht zu extrem wird. Eiswürfel niemals direkt auf die Haut legen, das kann zu Erfrierungen führen.
Das Desinfizieren wird oft vergessen, ist aber wichtig. Mückenstiche sind winzige Wunden, durch die Bakterien eindringen können. Ein Spritzer Desinfektionsmittel oder hochprozentiger Alkohol verhindert spätere Komplikationen.
Manche schwören auf das Gegenteil. Tatsächlich kann auch Hitze helfen.
Wie Hitze den Mückenstich behandeln kann
Das klingt paradox, funktioniert aber: Gezielte Hitze kann einen Mückenstich behandeln, manchmal sogar besser als Kühlung. Die Methode basiert darauf, dass Hitze die juckreizauslösenden Proteine im Mückenspeichel zerstört. Diese Proteine sind hitzeempfindlich und denaturiert bei Temperaturen über 50 Grad Celsius.
Ein heißer Löffel, den man kurz in heißes Wasser taucht, wird für 3-5 Sekunden auf den Stich gedrückt. Die Temperatur sollte heiß, aber erträglich sein. Zu heiß verbrennt die Haut. Als Faustregel gilt: Wenn man den Löffel am Handrücken nicht mindestens drei Sekunden halten kann, ist er zu heiß für die empfindliche Haut am Stich.
Alternativ funktioniert ein Hitzestift aus der Apotheke. Diese kleinen Geräte erhitzen eine Metallspitze auf ca. 50-51 Grad und werden punktgenau auf den Stich aufgesetzt. Viele Camper haben so ein Gerät inzwischen standardmäßig im Gepäck. Die Investition von 15-30 Euro lohnt sich, wenn man oft in mückenreichen Gebieten unterwegs ist.
Die Hitzemethode wirkt oft sofort. Der Juckreiz verschwindet, die Schwellung geht zurück. Funktioniert aber nur in den ersten Stunden nach dem Stich. Wer zu spät dran ist, für den bringt Hitze nichts mehr.
Bei manchen Menschen schlägt weder Kälte noch Hitze an. Dann braucht es andere Methoden.

Ursachen und Symptome: Was passiert beim Mückenstich
Um einen Mückenstich richtig zu versorgen, hilft es zu verstehen, was im Körper passiert. Die Mücke sticht nicht aus Bosheit, sie braucht Blut für ihre Eier. Nur die Weibchen stechen, und nur dann, wenn sie Eier entwickeln müssen.
Beim Stechen injiziert die Mücke Speichel in die Wunde. Dieser Speichel enthält gerinnungshemmende Substanzen, damit das Blut flüssig bleibt und sie ungestört saugen kann. Unser Immunsystem erkennt diese Fremdstoffe als Eindringlinge und startet eine Abwehrreaktion.
Diese Reaktion ist eigentlich sinnvoll, fühlt sich aber unangenehm an. Das Immunsystem schüttet Histamin aus, was zu Juckreiz und Schwellung führt. Je sensibler jemand auf Mückenspeichel reagiert, desto stärker fallen die Symptome aus.
Typische Anzeichen eines Mückenstichs
Ein normaler Mückenstich zeigt sich durch eine kleine, runde Quaddel mit einem roten Punkt in der Mitte. Die Schwellung entsteht durch die Immunreaktion auf den Mückenspeichel. Bei manchen Menschen bleibt es bei einem kleinen roten Punkt, andere entwickeln münzgroße Schwellungen.
Der Juckreiz setzt meist 10-30 Minuten nach dem Stich ein. Manche Menschen reagieren sofort, andere erst Stunden später. Die Intensität hängt von der individuellen Empfindlichkeit ab. Kinder reagieren oft stärker als Erwachsene, weil ihr Immunsystem noch lernt.
Typische Symptome sind Rötung, Schwellung, Juckreiz und manchmal ein leichtes Brennen. Bei den meisten Menschen klingt alles nach 2-3 Tagen ab. Die Schwellung erreicht meist nach 12-24 Stunden ihren Höhepunkt und geht dann langsam zurück.
Interessant ist, dass Menschen unterschiedlich auf verschiedene Mückenarten reagieren. Wer gegen heimische Mücken abgehärtet ist, kann im Urlaub trotzdem heftig auf fremde Arten reagieren.
Wann wird aus einem Mückenstich eine Entzündung?
Problematisch wird es, wenn Bakterien in die Stichwunde gelangen. Das passiert meist durchs Kratzen mit schmutzigen Fingernägeln. Aus dem harmlosen Stich wird eine bakterielle Infektion. Besonders beim Camping, wo die Hände nicht immer sauber sind, kommt das häufiger vor als zu Hause.
Warnzeichen für eine Entzündung sind zunehmende Rötung, die sich ausbreitet, pochende Schmerzen, Eiterbildung oder rote Streifen, die vom Stich wegführen. Auch Fieber kann auftreten. Solche Lymphangitis genannten roten Streifen sind ein deutliches Alarmsignal.
Bei allergischen Reaktionen schwillt die Haut großflächig an. Manche Menschen entwickeln Quaddeln am ganzen Körper oder bekommen Atemnot. Das ist ein Notfall. Glücklicherweise sind schwere allergische Reaktionen auf Mückenstiche sehr selten, im Gegensatz zu Wespen- oder Bienenstichen.
Solche starken Reaktionen sind selten, aber ernst zu nehmen. Wer schon einmal heftig auf Mückenstiche reagiert hat, sollte beim Camping entsprechende Medikamente dabeihaben. Ein Notfallset mit Antihistaminika und im Extremfall einem Adrenalin-Pen kann lebensrettend sein.
Natürliche Hausmittel für die Behandlung
Viele wirksame Mittel gegen Mückenstiche wachsen direkt vor der Haustür oder finden sich in jeder Küche. Diese Hausmittel haben sich über Generationen bewährt und funktionieren oft genauso gut wie teure Präparate aus der Apotheke.
Der Vorteil von Hausmitteln: Sie sind meist sofort verfügbar, kosten wenig und haben kaum Nebenwirkungen. Beim Camping sind sie oft die einzige Option, wenn die nächste Apotheke weit entfernt ist.
Bewährte Hausmittel gegen Juckreiz und Schwellung
Diese natürlichen Mittel helfen bei Mückenstichen:
- Zwiebel: Frisch aufgeschnitten und auf den Stich gelegt, wirkt entzündungshemmend
- Spitzwegerich: Die Blätter zerreiben und den Saft auftragen
- Aloe Vera: Das Gel aus den Blättern kühlt und beruhigt die Haut
- Essig: Mit Wasser verdünnt tupfen, desinfiziert und lindert Juckreiz
- Backpulver: Mit wenig Wasser zu Paste anrühren und auftragen
Zwiebeln haben fast alle beim Camping dabei. Der Zwiebelsaft enthält schwefelhaltige Verbindungen, die Entzündungen hemmen und Bakterien abtöten. Einfach eine frische Scheibe auf den Stich legen und mit einem Pflaster fixieren. Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, aber die Wirkung überzeugt.
Spitzwegerich wächst praktisch überall und ist das Notfallpflaster der Natur. Die Blätter zwischen den Fingern zerreiben, bis Saft austritt, dann auf den Stich drücken. Wirkt sofort gegen Juckreiz. Das Problem: Man muss die Pflanze sicher erkennen können. Im Zweifel lieber ein anderes Mittel wählen.
Essig ist ein Klassiker, den schon die Großmütter kannten. Der Säuregehalt neutralisiert die alkalischen Proteine im Mückenspeichel und desinfiziert gleichzeitig. Apfelessig eignet sich am besten, aber auch normaler Haushaltsessig funktioniert. Immer mit Wasser verdünnen, sonst kann die Säure die Haut reizen.
Kinderfreundliche Hausmittel zur Behandlung von Mückenstichen
Kinder kratzen besonders gern und machen aus kleinen Stichen große Wunden. Sanfte Hausmittel helfen ohne Nebenwirkungen. Bei Kindern ist es wichtiger, dass das Mittel schnell wirkt, als dass es perfekt ist. Ein ungeduldiges Kind lässt sich keine 20-minütige Behandlung gefallen.
Quark aus dem Campingkühlschrank ist ideal für Kinder. Einfach einen Klecks auf den Stich geben und mit einem Tuch abdecken. Der Quark kühlt, trocknet die Schwellung aus und juckt nicht. Kinder finden es lustig, und das lenkt vom Juckreiz ab.
Honig wirkt antibakteriell und beruhigt die Haut. Ein kleiner Tropfen auf den Stich geben und mit einem Pflaster abkleben. Kinder mögen das, weil es süß schmeckt, falls sie doch mal daran lecken. Wichtig: Nur echten Bienenhonig verwenden, keine Kunstprodukte.
Ein feuchtes Tuch mit kaltem Kamillentee beruhigt gereizte Kinderhaut. Kamille wirkt entzündungshemmend und ist absolut unbedenklich. Den Tee stark aufbrühen, abkühlen lassen und als Kompresse verwenden.
Bei Kindern sollte man besonders darauf achten, dass die Fingernägel kurz sind. Ablenkung hilft oft besser als alle Medikamente. Ein spannendes Spiel lässt Kinder den Juckreiz vergessen.
Professionelle Behandlung bei starken Reaktionen
Manchmal reichen Hausmittel nicht aus. Bei starken Schwellungen oder Anzeichen einer Infektion braucht es professionelle Hilfe. Das zu erkennen und rechtzeitig zu handeln, kann Komplikationen verhindern.
Viele zögern zu lange, weil sie denken, ein Mückenstich sei harmlos. Grundsätzlich stimmt das auch. Aber in seltenen Fällen können sich ernste Probleme entwickeln, die eine ärztliche Behandlung erfordern.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist nötig, wenn sich rote Streifen vom Stich ausbreiten, Eiter entsteht oder die Schwellung nach drei Tagen größer wird statt kleiner. Auch bei Fieber oder Lymphknotenschwellung sollte man nicht zögern. Diese Symptome deuten auf eine systemische Infektion hin, die antibiotisch behandelt werden muss.
Besonders aufpassen müssen Menschen mit Immunschwäche oder Diabetes. Bei ihnen können sich auch harmlose Mückenstiche zu ernsteren Problemen entwickeln. Die schlechtere Wundheilung macht sie anfälliger für Infektionen.
Stiche im Gesicht, besonders an Augen oder Lippen, gehören immer in ärztliche Behandlung. Die Schwellung kann hier gefährlich werden und Atemwege blockieren. Bei Stichen am Augenlid kann die Schwellung so stark werden, dass das Auge nicht mehr öffnet.
Auch die Anzahl der Stiche spielt eine Rolle. Wer von einem Mückenschwarm attackiert wurde und Dutzende von Stichen hat, sollte ärztlichen Rat suchen. Die Menge an Mückenspeichel kann zu systemischen Reaktionen führen.
Medikamentöse Optionen aus der Apotheke
Diese rezeptfreien Mittel helfen bei hartnäckigen Mückenstichen:
- Antihistamin-Gel: Stoppt die allergische Reaktion direkt auf der Haut
- Hydrocortison-Creme: Schwaches Kortison gegen Entzündung und Juckreiz
- Fenistil-Gel: Klassiker gegen Insektenstiche, wirkt kühlend
- Antihistamin-Tabletten: Bei vielen Stichen oder starker Reaktion
- Hitzestift: Elektronisches Gerät für gezielte Hitzebehandlung
Antihistamin-Tabletten wie Cetirizin helfen besonders bei Menschen, die stark auf Mückenstiche reagieren. Eine Tablette am Abend kann die Reaktion am nächsten Tag deutlich mildern. Moderne Antihistaminika machen nicht mehr müde wie die alten Präparate.
Für die Reiseapotheke beim Camping eignen sich Gels besser als Cremes. Sie ziehen schneller ein und fetten nicht. Außerdem sind sie hygienischer, weil man sie direkt aus der Tube auftragen kann, ohne die Finger zu benutzen.
Hydrocortison-Creme ist ein mildes Kortison-Präparat, das rezeptfrei erhältlich ist. Es hemmt die Entzündungsreaktion effektiv und lindert Juckreiz. Sollte aber nicht länger als eine Woche angewendet werden.

Vorbeugung: Mückenstiche vermeiden
Der beste Mückenstich ist der, der gar nicht entsteht. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen bleiben die meisten Stiche aus. Vorbeugung ist beim Camping besonders wichtig, weil man sich viel im Freien aufhält und abends oft am Wasser campt.
Viele Camper unterschätzen, wie aggressiv Mücken in bestimmten Gebieten sein können. Ein Abend am See ohne Schutz kann in einem Alptraum enden. Wer vorbereitet ist, kann auch mückenreiche Gebiete genießen.
Natürliche und technische Schutzmaßnahmen
Diese Methoden halten Mücken fern:
- Lange Kleidung: Helle, dicht gewebte Stoffe in den Abendstunden
- Insektenschutzmittel: DEET oder Icaridin auf unbedeckte Haut
- Moskitonetz: Über dem Bett oder als Kopfschutz
- Ventilator: Mücken sind schlechte Flieger und meiden Luftbewegung
- Stehendes Wasser meiden: Pfützen, Regentonnen und Gießkannen abdecken
Mücken werden von Körpergeruch und ausgeatmetem CO2 angelockt. Wer wenig schwitzt und sich regelmäßig wäscht, wird seltener gestochen. Parfüm und süße Düfte ziehen Mücken dagegen an. Auch Alkohol im Blut macht Menschen attraktiver für Mücken.
Helle Kleidung ist nicht nur praktisch, weil man Mücken darauf besser sieht. Dunkle Farben heizen sich in der Sonne auf und verstärken die Schweißbildung. Außerdem können Mücken dunkle Objekte besser erkennen und ansteuern.
DEET ist der Goldstandard unter den Repellents. Es schützt zuverlässig 6-8 Stunden vor den meisten Mückenarten. Icaridin ist eine neuere Alternative, die hautverträglicher ist und weniger riecht. Beide Wirkstoffe sind auch für Kinder geeignet, allerdings in geringerer Konzentration.
Timing und Standortwahl beim Camping
Mücken sind nicht den ganzen Tag gleich aktiv. Die Dämmerung ist ihre Hauptzeit, besonders die Stunden nach Sonnenuntergang. Wer dann im Zelt ist oder sich geschützt hat, vermeidet die meisten Stiche.
Bei der Platzwahl sollte man stehendes Wasser meiden. Mücken brauchen Wasser zur Eiablage und halten sich deshalb in der Nähe von Seen, Tümpeln oder auch nur wassergefüllten Blumentöpfen auf. Ein Campingplatz auf einem windigen Hügel ist mückenfreier als einer im windstillen Tal am Bach.
Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Frühjahr und Herbst sind meist mückenärmer als der Hochsommer. Wer flexibel ist, kann die schlimmsten Mückenzeiten umgehen.
Aktuelle Studien und neue Abwehrmethoden
Forscher haben bestätigt, dass bestimmte Hautbakterien Menschen für Mücken attraktiver machen. Das erklärt, warum manche Menschen regelrecht von Mücken verfolgt werden, während andere verschont bleiben. Probiotische Hautcremes, die das Bakteriengleichgewicht verändern, zeigen in ersten Tests vielversprechende Ergebnisse.
Ultraschall-Geräte gegen Mücken funktionieren dagegen nicht, das haben mehrere Studien eindeutig gezeigt. Das gesparte Geld investiert man besser in gutes Repellent. Auch die beliebten Citronella-Kerzen haben nur eine sehr begrenzte Wirkung und schützen nur in unmittelbarer Nähe.
Interessant sind neue Textilien mit eingewebtem Insektenschutz. Die Wirkung hält mehrere Waschgänge und macht zusätzliches Einsprühen überflüssig. Für Camper, die oft in mückenreichen Gebieten unterwegs sind, eine Überlegung wert. Die Kleidung kostet mehr, spart aber langfristig Geld für Repellents.
Neue Fallen-Systeme arbeiten mit CO2 und Lockstoffen, um Mücken anzuziehen und zu fangen. Für größere Campingplätze können sie die Mückenpopulation spürbar reduzieren. Für Einzelcamper sind sie zu teuer und aufwendig.
Besondere Situationen und Risikogruppen
Nicht jeder reagiert gleich auf Mückenstiche. Bestimmte Gruppen brauchen besonderen Schutz oder andere Behandlungsmethoden. Das zu wissen kann wichtig werden, wenn man mit Familie oder in Gruppen campen geht.
Mückenstiche bei Babys und Kleinkindern
Babys und Kleinkinder reagieren oft heftiger auf Mückenstiche als Erwachsene. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift und überreagiert auf die Fremdstoffe im Mückenspeichel. Die Schwellungen können münzgroß werden und tagelang bestehen bleiben.
Bei Babys unter einem Jahr sollte man besonders vorsichtig sein. DEET-haltige Repellents sind für sie nicht geeignet. Stattdessen helfen Moskitonetze über dem Kinderwagen oder der Babytrage. Auch spezielle Babykleidung mit eingewebtem Insektenschutz ist eine Option.
Wenn ein Baby gestochen wurde, hilft Kühlung mit einem feuchten Tuch. Auf keinen Fall sollte man Medikamente geben, ohne vorher mit dem Kinderarzt zu sprechen. Bei starken Schwellungen oder Unruhe des Kindes ist ein Arztbesuch ratsam.
Allergiker und Menschen mit Immunschwäche
Menschen mit bekannten Insektengift-Allergien müssen bei Mückenstichen besonders aufpassen. Zwar sind schwere allergische Reaktionen auf Mückenstiche seltener als bei Wespen oder Bienen, aber sie kommen vor.
Wer schon einmal stark auf Mückenstiche reagiert hat, sollte beim Camping ein Notfallset dabeihaben. Dazu gehören schnell wirkende Antihistaminika und im Extremfall ein Adrenalin-Autoinjektor. Auch eine Kortison-Creme für die lokale Behandlung ist sinnvoll.
Menschen mit Immunschwäche durch Krankheit oder Medikamente heilen schlechter und haben ein höheres Infektionsrisiko. Sie sollten Mückenstiche besonders sorgfältig desinfizieren und beobachten. Bei den ersten Anzeichen einer Infektion ist ärztliche Hilfe nötig.
Mythen und Irrtümer rund um Mückenstiche
Rund um Mückenstiche ranken sich viele Mythen. Manche sind harmlos, andere können sogar schädlich sein. Aufklärung hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Mythos 1: Mücken bevorzugen süßes Blut. Das stimmt nicht. Mücken werden von Körpergeruch, CO2 und Wärme angelockt, nicht vom Geschmack des Blutes. Menschen mit bestimmten Hautbakterien oder einem hohen CO2-Ausstoß werden häufiger gestochen.
Mythos 2: Kratzen hilft gegen den Juckreiz. Das Gegenteil ist der Fall. Kratzen verstärkt die Immunreaktion und kann zu Infektionen führen. Kurzfristig mag es Linderung bringen, langfristig macht es alles schlimmer.
Mythos 3: Vitamin B1 schützt nicht vor Mückenstichen. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, ist aber wissenschaftlich widerlegt. Keine Studie konnte einen Schutzeffekt nachweisen. Das gesparte Geld investiert man besser in bewährte Repellents.
Besonders gefährlich ist der Glaube, dass Hausmittel immer harmlos sind. Auch natürliche Substanzen können Allergien auslösen oder die Haut reizen. Bei unbekannten Pflanzen ist Vorsicht geboten.
Häufig gestellte Fragen zu Mückenstich behandeln
Was hilft sofort gegen Juckreiz bei einem Mückenstich?
Kühlung mit Eiswürfeln oder ein heißer Löffel auf dem Stich stoppen den Juckreiz meist sofort. Antihistamin-Gel aus der Apotheke wirkt ebenfalls schnell. Die Kälte betäubt die Nerven, während Hitze die juckreizauslösenden Proteine zerstört.
Wie lange dauert die Schwellung nach einem Mückenstich?
Bei den meisten Menschen klingt die Schwellung nach 24-48 Stunden ab. Starke Reaktionen können bis zu einer Woche dauern. Kinder und Allergiker brauchen oft länger zur Heilung.
Kann Hitze einen Mückenstich behandeln?
Ja, gezielte Hitze von etwa 45 Grad zerstört die juckreizauslösenden Proteine im Mückenspeichel. Ein heißer Löffel oder Hitzestift funktioniert gut. Die Methode wirkt aber nur in den ersten Stunden nach dem Stich.
Welche Hausmittel helfen bei einer Mückenstichschwellung?
Zwiebelsaft, Spitzwegerich, Aloe Vera und Quark wirken entzündungshemmend und abschwellend. Alle sind auch für Kinder geeignet. Essig und Backpulver-Paste sind weitere bewährte Optionen.
Wann sollte man wegen eines Mückenstichs zum Arzt gehen?
Bei roten Streifen, Eiterbildung, Fieber oder wenn die Schwellung nach drei Tagen zunimmt statt abzuklingen. Stiche im Gesicht gehören immer zum Arzt. Auch bei Anzeichen einer allergischen Reaktion ist schnelle Hilfe nötig.
Quellenverzeichnis
Einen Mückenstich behandeln ist meist einfacher als gedacht. Die meisten Beschwerden verschwinden von selbst, wenn man nicht kratzt und richtig kühlt oder wärmt. Hausmittel funktionieren oft genauso gut wie teure Präparate.
Wer beim nächsten Campingausflug vorbereitet ist, kann die Abende am Lagerfeuer wieder richtig genießen. Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Kühlpack, Desinfektionsmittel und Antihistamin-Gel gehört in jeden Campingrucksack. Noch besser ist es natürlich, wenn die Mücken erst gar nicht zustechen können.











